Berittener Stierkämpfer – Rejoneo: Offizieller Leitfaden zur Reiter-Stierkampf
Berittener Stierkämpfer (Rejoneador): Die Offizielle Reiter-Stierkampf-Tradition
Der berittene Stierkämpfer — auf Spanisch Rejoneador, auf Portugiesisch Cavaleiro — verkörpert eine der ältesten und spektakulärsten Formen des Stierkampfs. Statt zu Fuß mit Capote und Muleta zu kämpfen, stellt sich der Rejoneador dem Stier auf einem Pferd reiner Rasse, indem er Figuren ausführt, die perfekte Koordination zwischen Reiter, Pferd und Tier verlangen.
Seltener als der klassische Stierkampf, hat diese Modalität ihre Wurzeln im spanischen und portugiesischen Adel. Heute behält sie ein leidenschaftliches Publikum und programmiert ein Dutzend internationaler Spitzenfiguren. Dieser offizielle Leitfaden erklärt Rejoneo, seine Hauptakteure und wo man es 2026 erleben kann.
Was ist eine Reiter-Corrida?
Eine Reiter-Corrida (Rejoneo) ist eine Stierkampf-Variante, bei der ein berittener Stierkämpfer den Stier auf einem speziell ausgebildeten Pferd bekämpft. Der Rejoneador platziert Banderillas und Rejones (kurze Lanzen) vom Sattel aus und tötet dann den Stier mit einer letzten Lanze, dem Rejón de Muerte. Die Leistung hängt ebenso von der Reiterkunst wie von der Dressur des Pferdes ab.
Im Gegensatz zur Fuß-Corrida gibt es kein Tercio de Varas mit Picadores. Der Rejoneador ersetzt die Picador-Funktion, indem er den Stier selbst leicht verletzt. Das Spektakel ist schneller, visueller und besonders geschätzt für die choreografische Schönheit der Reiterabläufe.
Unterschiede zwischen klassischer Corrida und Rejoneo
| Aspekt | Klassische Corrida | Reiter-Corrida |
|---|---|---|
| Position | Zu Fuß | Auf dem Pferd |
| Tercios | Varas, Banderillas, Muerte | Banderillas, Rejones, Muerte |
| Picadores | Ja | Nein |
| Dauer pro Stier | ~20 Min | ~15 Min |
| Capote/Muleta | Ja | Keine |
| Risiko | Direkt am Torero | Geteilt mit Pferd |
Die Pferde des Rejoneo
Die verwendeten Pferde sind fast immer reinrassige Spanier (PRE, Pura Raza Española) oder portugiesische Lusitaner. Sie werden jahrelang trainiert, die Stierpräsenz zu ertragen, schnelle Richtungswechsel, Piaffes und Seitengaloppe auszuführen, die es ermöglichen, sich dem Horn zu nähern, ohne den Stoß zu erleiden.
Ein großer Rejoneador kann zwanzig Pferde besitzen: jedes hat eine Spezialität (Banderillas, kurze Rejones, Schlussakkord). Die Kosten eines ausgebildeten Rejoneo-Pferdes übersteigen oft 100.000 Euro, und ihre Vorbereitung entspricht der eines hochwertigen Sportpferdes.
Die großen aktuellen Rejoneadores
| Rejoneador | Land | Merkmal |
|---|---|---|
| Pablo Hermoso de Mendoza | Spanien | Weltreferenz |
| Diego Ventura | Spanien | Außergewöhnliche Technik |
| Léa Vicens | Frankreich | Erste französische Spitzenreiterin |
| Andy Cartagena | Spanien | Geschätzter Veteran |
| Sergio Galán | Spanien | Reiterelegance |
| Lea Vicens | Frankreich | Frauenpionierin |
Wo eine Reiter-Corrida 2026 sehen
Alle großen Ferias programmieren mindestens eine Reiter-Corrida. In Madrid umfasst San Isidro traditionell zwei Rejoneo-Tage (meist letzte Maiwoche). Sevilla bietet Rejoneo während der Feria de Abril. Portugal — Lissabon, Évora, Santarém — konzentriert einen wichtigen Teil des Reiter-Zirkus.
Für Spezialisten unterhalten Plazas wie Olivenza, Arles (Frankreich) und die Osterferia von Arles ausschließlich Reiter-Cartels. Tickets sind durchschnittlich 10-20% günstiger als bei klassischen Corridas.
Einschränkungen und wichtige Hinweise
Rejoneo ist in Katalonien und auf den Kanaren ebenso verboten wie die klassische Corrida. In Frankreich bleibt es in Gemeinden mit Stierkampftradition legal. Pferde tragen einen Bauchschutz (Peto) für direkten Hornkontakt, aber Vorfälle sind möglich: Reitverletzungen bleiben Berufsrealität.
Rejoneo ist medial weniger dokumentiert als die Fuß-Corrida: finden Sie Cartels über offizielle Arena-Websites statt allgemeine Presse.
