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Berittener Stierkämpfer – Der Rejoneador, Offizieller Guide zur Reit-Corrida

Berittener Stierkämpfer – Der Rejoneador, Offizieller Guide zur Reit-Corrida

Der berittene stierkämpfer, auf Spanisch Rejoneador genannt, ist der Protagonist einer der faszinierendsten Varianten der Stierkampfkunst: der Corrida de Rejones oder Rejoneo. Anders als beim klassischen Stierkampf zu Fuß bestreitet der Rejoneador den gesamten Kampf zu Pferd und verwendet dabei spezielle Lanzen, die als Rejones bezeichnet werden. Diese Kunstform verbindet meisterliche Reitkunst mit der Tradition des Stierkampfs zu einer einzigartigen Darbietung.

Obwohl weniger bekannt als der klassische Stierkampf, besitzt das Rejoneo eine lange und ehrwürdige Tradition in Spanien und Portugal. Dieser offizielle Guide erklärt alles Wissenswerte über den berittenen Stierkämpfer und seine Kunst.

Was ist ein Rejoneador und wie funktioniert die Reit-Corrida?

Der berittene Stierkämpfer kämpft den gesamten Kampf zu Pferd, was eine doppelte Meisterschaft erfordert: die Beherrschung des Pferdes und die Kunst des Stierkampfs. Das Spektakel gliedert sich in drei Akte, ähnlich dem klassischen Stierkampf. Zunächst setzt der Rejoneador die Banderillas vom Pferd aus, dann folgen die Rejones de castigo zur Schwächung des Stiers, und schließlich vollzieht er die Tötung mit dem Rejoneo de muerte.

Die verwendeten Pferde sind Elitetiere — oft Lusitaner oder Andalusier — die jahrelang darauf trainiert wurden, auf feinste Befehle ihres Reiters zu reagieren und gleichzeitig ruhig gegenüber dem aggressiven Stier zu bleiben. Die Choreographie zwischen Reiter und Pferd ist der zentrale ästhetische Aspekt dieser Darbietung, der das Rejoneo von allen anderen Formen des Stierkampfs unterscheidet.

Klassischer Stierkampf Reit-Corrida (Rejoneo)
Matador zu Fuß Berittener Stierkämpfer (Rejoneador)
Muleta und Degen Rejones (Speere) und Lanzen
3 Matadoren pro Corrida Meist 2 Rejoneadores
Unterstützung zu Fuß Mannschaft zu Fuß und zu Pferd
Kampf hauptsächlich zu Fuß Gesamter Kampf zu Pferd

Geschichte und Ursprünge des berittenen Stierkampfs

Der berittene Stierkampf ist tatsächlich die älteste Form des Stierkampfs überhaupt. Im Mittelalter und in der Renaissance kämpfte der spanische Adel Stiere zu Pferd als Demonstration von Mut und Reitkunst. Erst im 18. Jahrhundert gewann der Fußkampf an Bedeutung, als die Assistenten zu Fuß — Vorläufer der heutigen Matadoren — die Hauptrolle übernahmen.

Das Rejoneo erlebte im 20. Jahrhundert eine Renaissance durch legendäre berittene Stierkämpfer wie Álvaro Domecq. Heute gilt Pablo Hermoso de Mendoza als der beste lebende Rejoneador, dessen Auftritte in Las Ventas während der Feria de San Isidro zu den meisterwarteten Ereignissen der gesamten Stierkampfsaison zählen.

Die berühmtesten Rejoneadores der Geschichte

Das Rejoneo hat außergewöhnliche Künstler hervorgebracht. Pablo Hermoso de Mendoza gilt unbestritten als der bedeutendste zeitgenössische berittene Stierkämpfer. Seine elegante Technik und die atemberaubende Synchronisation mit seinen Pferden haben ihm weltweite Anerkennung eingebracht. Weitere große Namen sind Andy Cartagena, Diego Ventura und Léa Vicens, die erste Frau, die internationale Anerkennung als Rejoneadora erlangte.

Rejoneador Herkunft Epoche Besonderheit
Pablo Hermoso de Mendoza Spanien 1990s-heute Bester der modernen Ära
Álvaro Domecq Spanien 1950s-1980s Revolutionierte das moderne Rejoneo
Léa Vicens Frankreich 2000s-heute Erste internationale Rejoneadora
Diego Ventura Spanien 2000s-heute Sehr artistischer Stil
Joao Moura Portugal 1980s-2000s Botschafter der lusitanischen Tauromachie

Wo kann man in Madrid einen berittenen Stierkämpfer erleben?

Die Plaza de Toros Las Ventas veranstaltet während der gesamten Stierkampfsaison mehrere Corridas de Rejones. Diese Reit-Corridas sind besonders während der Feria de San Isidro vertreten, wo zwei oder drei Rejoneo-Abende zum Programm gehören. Auch die Feria de Otoño im Oktober schließt in der Regel Rejoneadas ein.

Da berittene Stierkämpfe seltener stattfinden als traditionelle Corridas zu Fuß, gelten sie als besondere Ereignisse der Saison. Die Tickets sind oft günstiger als für Corridas mit Star-Matadoren, bieten aber ein visuell noch eindrucksvolleres Spektakel und sind besonders gut geeignet für Erstbesucher des Stierkampfs.

Wichtige Überlegungen zur Reit-Corrida

Wie alle Formen der Tauromachie wirft die Reit-Corrida ethische Fragen auf. Sie endet in Spanien mit dem Tod des Stiers. Manche Aficionados empfinden das Rejoneo als elegantere Form des Stierkampfs, da der ästhetische Fokus stärker auf der Reitkunst liegt. In Portugal wird eine ähnliche Tradition gepflegt, jedoch ohne die Tötung des Stiers in der Arena.

Die Pferde der Rejoneadores werden sorgfältig ausgewählt und trainiert und tragen Schutzrüstungen. Dennoch können Unfälle vorkommen, und das Tierwohl ist ein zentrales Thema in aktuellen Debatten über alle Formen des Stierkampfs.

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